Lymphabflussstörung
Lymphödem
Das Lymph-Gefäss-System ist verantwortlich für den Abtransport der Flüssigkeit, welche sich ausserhalb der Blutgefässe und der Zellen des Körpers befindet, der sogenannten Lymphflüssigkeit.
Störungen im Lymphsystem (zu dem auch die Lymphknoten gehören) führen zu einer Schwellung der betroffenen Gliedmasse. Man unterscheidet primäre (angeborene) von sekundären (erworbenen) Lymphödemen. Bei den angeborenen Lymphödemen sind anlagebedingt zu wenig oder sogar keine funktionierenden Lymphgefässe vorhanden. Die häufigste Ursache der erworbenen Lymphödeme weltweit sind parasitäre Erkrankungen, in unseren Breitengraden jedoch steht hier an erster Stelle eine ursächliche Schädigung der Lymphbahnen durch Traumata wie Verletzungen, Operationen, Lymphknotenentfernungen (z.B. bei Tumor-Erkrankungen) oder Bestrahlungen. Auch kann ein Lymphödem entstehen, wenn es zu einer chronischen Überlastung des Lymphsystems durch Wassereinlagerung (Ödeme) anderer Ursache (z.B. Krampfadern/chronische venöse Insuffizienz, Herz- oder Nierenschwäche) kommt.
Diagnostik und Therapie
Zunächst wird im Rahmen eines Arzt-Patienten-Gesprächs (Anamnese), einer körperlichen Untersuchung und einer Funktionsprüfung des Venensystems untersucht, ob es Hinweise auf ein sekundäres Lymphödem gibt. Ergänzend kann eine Fluoreszenz-Lymphographie durchgeführt werden, welche offenlegt, ob noch Lymphgefässe vorhanden sind, wo diese unterbrochen und ob ggf. eine chirurgische Verbindung zwischen den verbliebenen Lymphgefässen und einer Vene möglich ist. Diese hochspezialisierten Untersuchungen und Operationen werden durch Kollegen der Plastischen Chirurgie durchgeführt.
Beim primären Lymphödem und bei fehlender Operabilität des sekundären Lymphödems ist die Behandlung der Wahl eine dauerhafte manuelle Lymphdrainage gekoppelt mit einer Kompressionstherapie. Unbehandelt kommt es mit der Zeit zu Umbauvorgängen in der Haut mit zunehmender Haut-Verfestigung durch zunehmende Einlagerung von Bindegewebsfasern und der erhöhten Gefahr von Komplikationen (Wunden, bakterielle Unterhaut-Infekte).